Übersehene Schätze vor der Haustür

 

Vor einigen Monaten, als im Herbst noch alles so schön bunt war, ging ich in einem Waldstück spazieren, welches ich bisher sträflich vernachlässigt hatte. Es gibt dort auch einen kleinen kleinen See, an dem regelmäßig Haubentaucher zu beobachten sind, denen ich an diesem Tag wieder einen Besuch abstatten wollte.

An diesem vergangenen Herbsttag habe ich das Gebiet neu für mich entdeckt.

Sehr erstaunt war ich, als ich dort einen Eisvogel fliegen sah. Wie lange hatte ich hier in der Gegend nach Eisvogelrevieren gesucht, die fotografisch auch noch einigermaßen zugänglich sind? Jahre?

Nun hatte ich offensichtlich eines gefunden.

 

So machte ich mich in den letzten Wochen immer wieder auf in dieses Waldgebiet und zu dem See, an dem ein schöner Bach vorbeifließt.

Und immer wieder entdecke ich Dinge, die ich dort nicht wirklich vermutet hatte und für die ich in den letzten Jahren auch einiges an Kilometern gefahren bin, um sie sehen und fotografieren zu können.

 

 Wegen der blauen, fliegenden Diamanten mit dem orangenen Bauch habe ich das Gebiet also öfter besucht. Die Eisvögel haben dort nicht nur ihr Gebiet zum Fischen, sondern auch ihre Brutröhre, die ich aber nicht gezielt suchen werde.Der typische, unverwechselbare, schrille Eisvogelpfiff zeigt mir aber an, wo die Eisvögel sitzen, wenn sie nicht gerade am Jagen sind. Somit wäre es vermutlich recht leicht, die Brutwand zu orten, dort in der Nähe anzusitzen und zu warten, bis eines der Tiere oder auch irgendwann einer der Jungvögel vorbei kommt. Aber die Störung ist unnötig, da das "Angelrevier" des Eisvogelmännchens dort recht überschaubar zu sein scheint und er zuverlässig wieder zu seinem Lieblingsstellen kommt.

 

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich auch nicht an Nutrias vorbegehen kann. Und was soll ich sagen.... in dem Gebiet sehe ich fast bei jedem Besuch eine Nutria: entweder knabbernd am Uferrand, oder aber durch den See zu seinem Bau schwimmend.

 

 

Haubentaucher, Gänse, Gänsesäger, Kormorane und Reiher sind dort ebenfalls zu finden und noch längst nicht habe ich von allen dort vorkommenden Tieren am See, an Land und im Bach ansprechende Fotos machen können. Aber das Gebiet läuft mir ja nicht weg.

 

 

Wie es sich für ein schönes, gesundes Wald-See-Bachgebiet gehört, gibt es dort auch ein Amphibienvorkommen. Von Erdkröten, Feuersalamandern, Bergmolchen und Grasfröschen weiß ich sicher, dass sie dort zu finden sind und habe sie zum Teil auch schon selbst entdecken können.

Den Feuersalamander konnte ich leider noch nicht beobachten, aber wenn ich weiterhin so oft dort bin, wie in den letzte Monaten, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis ich ihn seit meiner Kindheit das erste Mal wieder wild lebend entdecken kann.

 

 

Schneeglöckchen sind hier in meiner Gegend in den vielen Buchenwäldern nicht sonderlich selten zu finden. Und so fehlen sie natürlich auch dort im Waldgebiet nicht.

Ich kannte jedoch bisher kein sicheres Lerchenspornvorkommen , für das ich nicht mindestens eine 3/4 Stunde hätte mit dem Auto fahren müssen.

Bei einem meiner letzten Fototouren in dem "neuen" Revier traute ich dann auch meinen Augen kaum, als auf einer nach Bärlauch duftenden Fläche am Bachufer viele rosa und weiße Blütenstände zu sehen waren. So ging ich ein paar Schritte schneller, um sofort nachsehen zu können, ob es wirklich das ist, wofür ich es von weitem gehalten hatte. Und ja ...... dort wäachst gerade jetzt, zwischen noch nicht blühendem Bärlauch und unzähligen Buschwindröschen- auch Lerchensporn.

Und so widmete ich mich an drei weiteren Fototagen dem Lerchensporn  und auch den Buschwindröschen. Sogar der Winkel zum Abendlicht ist nahezu optimal. Auf die Blüte des Bärlauchs warte ich schon gespannt und ungeduldig. Die Fotos davon werde ich nachtragen :-)

 

 

Und so beginnt ein neues Fotojahr mit einem herrlichen Frühling und einem bisher unterschätzten Fotogebiet. Spuren von Schwarzwild waren auch zu finden, was mich massiv erstaunt hat. Vielleicht begegne ich dort auch irgendwann einmal den Steckdosennasen. Wer weiß. Rehwild ist in jedem Fall reichlich dort und zeigt wenig Scheu vor Menschen.

Es wird sicher spannend.

 

 

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