Ein Kurzurlaub auf Rügen

In der letzten Septemberwoche verbrachte ich eine Woche auf Rügen. Ich hatte mir sehr viel erhofft, insbesondere was die Landschaftsfotografie betrifft. Doch das Wetter wollte einfach nicht mitspielen. Die ersten fünf Tage war es durchgehend grau, feucht, bedeckt und der Himmel zeigte ein einheitliches Grau. Wenn es wenigstens spannende Wolkenstrukturen gegeben hätte, oder Gewitter, oder Sturm, oder irgendetwas, was man bei Landschaftsaufnahmen ein wenig im Bild einbauen kann, hätte ich mich schon gefreut. Aber der Himmel zeigte ein einheitliches Nichts an Hellgrau, ebenso, wie die feuchte, dunstig kalte Lust, die jedes Bild zu sehr vermatscht, um daraus eine kontrastreiche schöne Aufnahme zu machen, aber zu wenig "Matsch" in die Luft zaubert, um als interessante Nebelstrukturen durchzugehen.

Mir war ein klein wenig nach "Koffer packen - nach Hause fahren - und Decke über den Kopf ziehen". Wenn Rügen nicht ansonsten so wunderschön wäre, dass man bei jedem Wetter tolle Wanderungen machen kann, wäre ich wohl auch wieder nach Hause gefahren.

Und so habe ich fünf Tage lang mindestens 20 Mal am Tag per Handy die Wettervorhersage für den kommenden Tag kontrolliert, um dann enttäuscht feststellen zu müssen, dass der nächste Tag wohl genauso deprimierend werden würde, wie der aktuelle.

Grau, kontrastarm, unspannender Himmel...... es konnte nur besser werden
Grau, kontrastarm, unspannender Himmel...... es konnte nur besser werden
Mit etwas Vordergrund ging es dann schon, aber so richtig schön ist auch das noch nicht....
Mit etwas Vordergrund ging es dann schon, aber so richtig schön ist auch das noch nicht....
Wenn schon trist, dann auch richtig ... also eine Umwandlung in Schwarz-weiß.
Wenn schon trist, dann auch richtig ... also eine Umwandlung in Schwarz-weiß.

Zwei Tage vor dem Ende des Urlaubes zeigte mein Handy-Wetterbericht mir dann endlich an, dass der kommende Morgen lediglich ein paar Wolken bringen würde. Somit gab es eine realistische Chance auf einen tollen Sonennaufgang! Vor Aufregung konnte ich dann auch kaum schlafen und als mein Wecker dann um 5 Uhr klingelte, war ich dementsprechend müde.

Aber es war die einzige Möglichkeit, in diesem Rügenurlaub noch ein paar vorzeigbare Fotos zu bekommen, wie ich sie mir vorher in etwa ausgemalt hatte.

 

Also stand ich auf, schnappte mir meinen Rucksack und fuhr zu den Kreidefelsen. Mit Taschenlampe ging es dann noch ein Stück durch den Wald und die Holztreppe an der steilen Küste hinunter.

 

Und dann musste alles sehr schnell gehen, denn die Fahrt hatte länger gedauert, als ich eingeplant hatte und die ersten Anzeichen der aufgehenden Sonne waren schon zu erkennen. Also ein paar Stellen aufgesucht, die ich mir bereits an den grauen Tagen ausgewählt hatte, aufgebaut und dann fotografiert und genossen. Es war ein herrlicher Morgen mit sehr niedrigem Wasserstand. So konnte ich sogar die alten Buhnenpfähle sehen, die sonst meistens unter der Wasseroberfläche fast verschwinden.

 

Hier ein paar Eindrücke von dem Morgen.

 

Der zunehmende Mond stand noch als schmale Sichel am Himmel....
Der zunehmende Mond stand noch als schmale Sichel am Himmel....
Die Sonne hat den Horizont noch nicht erreicht und leuchtet den Himmel bereits an
Die Sonne hat den Horizont noch nicht erreicht und leuchtet den Himmel bereits an
Der glühende Himmel durchleuchtet die Gischt, während das Wasser noch nächtlich blau scheint...
Der glühende Himmel durchleuchtet die Gischt, während das Wasser noch nächtlich blau scheint...
Genau hinter dem großen Felsen im Wasser wird die Sonne aufgehen
Genau hinter dem großen Felsen im Wasser wird die Sonne aufgehen
Aufgrund des niedrigen Wasserstandes war der Weg an der Küste breiter, als ich ihn je zuvor gesehen habe
Aufgrund des niedrigen Wasserstandes war der Weg an der Küste breiter, als ich ihn je zuvor gesehen habe
Völlig andere Farben, wenn die Sonnen den Horizont überschritten hat
Völlig andere Farben, wenn die Sonnen den Horizont überschritten hat
Spielen mit dem Licht und dem Wasser
Spielen mit dem Licht und dem Wasser
Es ist unglaublich, wie schnell sich die Lichtverhältnisse verändern. Jede Minute ein anderes Bild...
Es ist unglaublich, wie schnell sich die Lichtverhältnisse verändern. Jede Minute ein anderes Bild...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0