Rollei Rechteckfilter II

Gleich zu Beginn, um Mutmaßungen oder Ähnlichem vorzubeugen:

Ich habe keinerlei Kooperationsverträge oder sonstiges mit der Firma Rollei. Der Test ist mein Wunsch gewesen, ich bin weder beauftragt worden,  noch ziehe ich aus meiner Bewertung irgendwelche Vor- oder Nachteile. Ich schreibe also das, was ich bei der Nutzung der Filter bemerkt habe. Sowohl die positiven, wie auch die negativen Dinge.

Rollei-Rechtecktfilter II 100mm Starter Kit Pro

 

Ich habe in einem Kurzurlaub auf Rügen die neuen Rollei-Filter testen können und möchte hier meine Erfahrungen berichten.

 

Das Kit beinhaltet:

  • einen 100 mm Filterhalter
  • einem Soft GND8 Rechteckfilter II
  • ND8 REchteckfilter II
  • ND64 Rechteckfilter Mark II
  • eine Tasche für den Halter sowie eine Filtertasche
  • einen runden, sehr dünnen Polfilter 
  • Adapterringe mit Filtergewinden von 52, 55, 58, 62, 67, 72, 77 und 82 mm

 

Handhabung:

Zunächst wird der Adapterring in das Filtergewinde des  Objektives geschraubt.

In den Adapterring schraub man dann den Filter-Adapterring. Bei Bedarf kann man dort auch den Polfilter hineinschrauben, wie auf dem Bild zu sehen. Beim Einschrauben des Polfilters habe ich anfangs etwas Probleme gehabt und mich gewundert, warum er einfach nicht fest packen wollte. Bis ich gemerkt habe, dass ich das kleine Stellrad, an dem man den Polfilter anschließend drehen kann, mit einem Finger fixieren muss. Ansonsten dreht es sich beim Einschrauben des Polfilters mit, so dass der Filter nicht ins Gewinde fasst.

Das kleine Einstellrädchen für den Polfilter ist auf dem nächsten Bild gut zu sehen.

An dem kleinen Rädchen links im Bild kann man auch nach Filtereinschub noch den Winkel des Polfilters jederzeit verändern und einstellen, was wirklich durchdacht und praktisch ist. Es gibt Filtersysteme anderer Hersteller, bei denen dann so eine kleine "Nase" am Polfilter herausguckt, an der man den Filter drehen kann. Diese bricht jedoch recht leicht ab, indem man dagegen stößt oder mit ihr irgendwo hängen bleibt. Das Einstellrädchen hier ist jedoch sehr unempfindlich und dennoch praktikabel.

Auf diesem Bild ist der Filterhalter montiert und man sieht, dass man das Einstellrädchen für den Polfilter trotzdem noch sehr gut bedienen kann. Der Filterhalter selbst wird mit Hilfe kleiner Vorsätze an dem Filter-Adapter eingehakt. Diese winzige Vorsätze sieht man ober- und unterhalb des Einstellrädchens. Der Filterhalterrand hat hier einen minimal vorgezogenen Rand, unter den der Filter-Adapter geklemmt wird und schon sitzt er. Anfangs hatte ich Sorge, dass der Filterhalter damit nicht ausreichend sicher auf dem Adapter befestigt ist. Aber selbst mit 3 Filtern und Stativ mit Kamera auf der Schulter über Stock und Stein getragen, blieb der Filterhalter sicher an der Kamera.

Der Filterhalter bietet Platz für 3 Einschubfilter. Inclusive des vorher eingeschraubten Polfilters könnte man so bei Bedarf vier Filter kombinieren.

Getestet habe ich die Filter an dem Canon 16-35 f/4.0 L IS von Canon. Also einem schon recht ordentlichen Weitwinkel. Somit war für mich auch die Frage, ob das Filterset bei 16mm und dem Extremfall von 3 Rechteckfiltern eine Vignettierung zeigen würde.

Dieses Bild wurde mit dem ND8, ND64 und dem GND8 aufgenommen und ist ohne jegliche nachträgliche Bearbeitung so aus der Kamera. Die Brennweite betrug 16mm. Eine Vignettierung oder gar Abschattung durch den Filterhalter konnte ich nicht bemerken.

Die Farbtreue der Filter war ein weiterer wichtiger Punkt bei der Beurteilung der Filter im Praxistest.

Bzgl. Farbverschiebungen und Vignettierung und Schärfe über das gesamte Bild sind die Filter sehr gut. Mit zunehmender Stärke der Abdunklung und mehrerer Filter konnte ich -abgesehen vom Polfilter- keine nennenswerten Farbabweichungen erkennen.

Hier ein Beispiel mit dem ND8 und GND8. (links mit Filter, rechts ohne Filter komplett unbearbeitet)

Hier ein Vergleich mit dem ND64 und dem GND8. Links ohne jeglichen Filter und rechts mit beiden Filtern. Ebenfalls keine nennenswerten Farbverschiebungen erkennbar.

Bilder ohne jegliche nachträgliche Bearbeitung.

Eine Kombination aller drei Grau(verlaufs)filter noch einmal in der Dämmerung bei extremeren Lichtunterschieden zeigt ebenfalls keine Farbverschiebungen, die störend auf den Bildeindruck einwirken würden. Eine leichte Verschiebung ins Rote ist vielleicht erkennbar, wenn man sie finden möchte. Aber bei drei Glasfiltern vor dem Objektiv ist das für mich ein immer noch absolut faszinierend gutes Ergebnis.

Auch hier sind die Bilder ohne jegliche nachträgliche Bearbeitung.

Ein Beispiel für den Einsatz aller vier Filter: Polfilter, ND8, ND64, GND8. Bei vier Filtern gestehe ich der Technik durchaus eine Farbverschiebung zu. Wie man auf dem vorherigen Bild sah, war eine extreme Farbverschiebung ins Rote trotz der drei Grau(verlaufs)filter nicht zu erkennen. Hier kam zu den drei Filtern noch der Polfilter hinzu und das Bild ist ohne nachträglich Farbanpassung per EBV sehr Farbstichig. (linke Seite des Bildes ohne jeglichen Filter, rechte Seite mit ND8, ND64, GND8 und Polfilter. Den Polfilter habe ich so gesetzt, dass er im Wolkenbereich ein klein wenig mehr Struktur bringen sollte.

Diese doch auffällige Farbverschiebung beim Einsatz des Polfilters zeigte sich bei weiteren Bildern. 

Robustheit des viel gepriesenen Gorilla-Glases:

Für mich ist mein Fotoequipment Arbeitsmaterial. Ich behandel es also nicht wie rohe Eier und es muss ein bißchen Belastung schon verkraften können.

Ärgerlicherweise ist mir der GND8 beim Filterwechsel weggerutscht und auf den Steinstrand gefallen. Dabei kam er direkt mit der oberen Kante auf einem Stein auf. Man kann das Pech nennen, das ein winziges Stück Glas abgesplittert ist, oder aber Glück, dass nicht mehr passiert ist.

Ein Sturz aus ca. 50cm Höhe mit der schmalen Kante auf einen Kiesel hätte den Filter definitiv auch komplett zerlegen können.

Weitere Kratzer hat er in keinster Weise davon getragen, nur an der direkten Aufprallstelle.

Bei der Fotografie am Meer mit Salzwasser, Gischt und Wasserspritzern, war es genial, wie toll das Wasser an den Filter abgeperlt ist und die Tropfen sich mit einem leichten Pusten wegblasten ließen. Bei hartnäckigeren oder vielen Wasserspritzern habe ich mit einem Papiertaschentuch leicht drübergewischt und die Filter waren augenblicklich streifenfrei sauber.

Das alleine ist schon wirklich viel wert und erspart lästiges Putzen, Auseinander- und Zusammenschrauben und anschließende Wasserflecken auf den Bildern.

Fazit:

Ich bin absout überzeugt von der Qualität der neuen Rollei-Filter. Sowohl hinsichtlich der Schärfe, der Farbwiedergabe und auch der Robustheit. Lediglich der Polfilter, dessen Kombinationsmöglichkeit für mich ja unter anderem den Ausschlag zum Testen der Rollei-Filter gegeben hat, hat mich nicht überzeugen können. Daher habe ich ihn auch im weiteren Verlauf des Urlaubes nicht weiter verwendet. Trotzdem werde ich weiterhin das Rolleisystem für die Landschaftsfotografie nutzen, da ich es vom Preis-Leistungsverhältnis momentan unschlagbar finde.

 

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