Saal-Digital Wandbild-Test

 

Wie einige andere Fotografen, habe auch ich die Gelegenheit genutzt, um ein Wandbild von Saal-Digital zu testen. Da ich bisher ausschließlich gute Erfahrungen mit Saal-Digital gemacht habe, habe ich nun zu dem mir ansonsten zu teuren GalleryPrint Wandbild gegriffen.
Dabei handelt es sich um einen Direktdruck hinter 2mm Acrylglas mit verstärkender Alu-Dibondplatte dahinter.

 

Seit einigen Jahren hatte ich schon vor, mir in der Küche als Spritzschutz eines meiner Bilder anzubringen. Bisher bin ich aufgrund des Preises immer davon abgekommen. Die Testaktion und die Tatsache, dass ein anderer Naturfotograf gerade genau dieses Projekt in der Küche umgesetzt hat und davon Bilder zeigte, hat mir nun den letzten Ansporn gegeben.

Die Software von Saal-Digitial ist leicht auf dem Computer zu installieren und intuitiv zu bedienen. Erklärungen benötigt es dazu im Grunde nicht weiter, da sie sehr gut verständlich und selbsterklärend ist.
Einzig die andauernden Updates sind ein wenig nervig und so mußte ich auch dieses Mal zunächst ein Update machen, bevor es losgehen konnte. Das dauert nicht lange und ist mit zwei Klicks gemacht. Aber es ist ein wenig lästig und es wäre wünschenswert, wenn Saal-Digitial da nicht wegen jeder Kleinigkeit ein Update anbietet.

Ich entschied mich für den GalleryPrint in einer individuellen Größe (60x62cm)
Da man noch zwischen matt und glänzend wählen kann, habe ich glänzend genommen, ein recht schlichtes Foto ausgewählt und die Bestellung abgeschickt.

 

Bereits am nächsten Tag kam die Versandbestätigung und drei Tage nach Bestellung war das Bild bei mir.

Es ist sehr gut verpackt. Hinter dem Acrylbild ist eine dicke, doppelte Pappe, auf der das Bild mit der Acrylglasseite aufliegt. So ist die Alu-Dibond-Seite potentiellen Stößen ausgesetzt, während die Acrylseite absolut sicher und stoßfest verpackt ist. Das ganze ist mit Mengen an Plastikfolie umwickelt (was sicher bzgl. des Umweltgedanken verbesserungswürdig ist) und dann für den Versand noch einmal in einem dicken, stabilen Papp"umschlag" (eher ein sehr flacher Karton) eingepackt.
Die Acrylglas-Seite ist zusätzlich noch mit einer Klebefolie abgeklebt, die man zum Schluss entfernen muss.

Übrig bleibt ein ziemlicher Berg an Plastikmüll, was mich schon etwas verärgert hat. Da gäbe es vermutlich elegantere Lösungen.
Aber sicher ist es definitiv und man müßte das Paket schon aus einer richtig ordentlichen Höhe direkt auf eine Ecke fallen lassen, um da auch nur einen Kratzer dran zu bekommen.

 

Der Druck ist super, detailreiche, farbtreu (vorausgesetzt man hat einen kallibrierten Monitor und ein standardisiertes Profil hinterlegt, wie z.B. srgb oder AdobeRGB) Man kann von Saal auch die Druckprofile herunterladen und damit seine Bilder abgleichen. Ich verzichte da aber in der Regel drauf.


Wie immer bei Saal, war aber auch das Wandbild ein wenig dunkler, als ich es entwickelt habe. Bisher habe ich alle Bilder immer ganz leicht von der Belichtung heller zu Saal geschickt, als ich sie normalerweise für das Internet, meine Homepage oder für Drucke bei anderen Anbietern nutze. So ca. +1/3 in der Belichtung, dann passt es bei mir. Dieses

Vom Preis-Leistungsverhältnis bin ich wie immer sehr zufrieden.
Die kleinen Punkte auf dem zweiten Bild sind kein Rauschen und auch kein Staub, sondern Sterne ;-)

 

Herzlichen Dank an Saal-Digital für die Möglichkeit des Testes.

Amphibien und Reptilien

In diesem Frühjahr habe ich mich einmal etwas näher mit den Reptilien und Amphibien beschäftigt. Gerade Kröten, Frösche und Molche lassen sich zur Zeit ihrer Wanderungen zu den Laichgewässern gut finden und fotografieren.

Während man die Moorfrösche, von denen die männlichen Tiere sich zur Paarungszeit herrlich blau färben, sehr gut am Tag beobachten kann, wird es bei den anderen Kröten und Fröschen schon schwieriger. Auch Grasfrösche und lassen sich gelegentlich am Tag finden.

Ansonsten gilt es, ein wenig kreativ zu werden, mit verschiedenen Lichtquellen zu experimentieren oder auch zu wissen, wo man die Tierarten finden kann, um sie einmal am Tag aufsuchen zu können.

Die Reptilien hingegen sind ein wenig leichter zu entdecken, da sie sich bei den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings in die Sonne legen, um Wärme zu tanken, um so ihren Kreislauf nach der Winterruhe wieder in Schwung zu bekommen.

 

Blogartikel-Foto: Erdkröte

 

Bild 1 u. 2: Moorfrosch

Bild 3 - 9 Erdkröte

Bild 10 - 12 Grasfrosch

Bild 13 u 14 Kreuzkröte

Bild 15-18 Bergmolch

Bild 19 Teichmolch

Bild 20 Kreuzotter

Bild 21 Mauereidechse

Bild 22 Waldeidechse

 

 

 

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Mein Uhu-Frühling

 

 

Seit drei Jahren war ich auf der Suche nach einem geeigneten Uhu-Brutplatz, der es ermöglichen sollte, das Aufwachsen der Tiere ohne Störung zu beobachten und zu fotografieren. Ein schwieriges Unterfangen.

Besondere Schwierigkeiten bereitet dabei die unfassbar gute Tarnung der Tiere in ihrem Optimalhabitat, dem Steinbruch. Sie verschmelzen geradezu mit den Steinwänden. Und so habe ich -obwohl ich weiß, dass in meiner Gegend annähernd jeder Steinbruch besetzt ist- in den wenigsten Gebieten überhaupt die Uhus sichten können.

 

Von denen, die mir dann blieben, fielen die meisten aus, da die Brutplätze fotografisch absolut unbrauchbar lagen, da sie ganztägig im Schatten lagen, oder viele Sträucher im Weg waren, oder sie zu hoch lagen, oder die Steinbruchbesitzer kein Einverständnis gegeben haben, da sie auf ihrem Betriebsgelände aus versicherungstechnischen Gründen kein Fotografieren erlauben wollten, oder oder oder... es gab so Vieles, was es kompliziert, unattraktiv oder gar unmöglich gemacht hat.

 

So in etwa sieht ein Uhu-Optimal-Habitat aus, wenn man davor steht. In dem kleinen eingekringelten Bereich sieht man mit Lupe den Kopf eines brütenden Weibchens in der Brutmulde.

 

 

 

Optimal für den Uhu, eher unoptimal für die Fotografin.

Mit den Uhu-geschulten Augen eines Fotofreundes, der in meinem Wunschsteinbruch ebenfalls die Augen aufhielt, bekam ich dann die Info, wo der Uhu dort brütet.

Die Erlaubnis des Steinbruchbesitzers, dort langfristig ein Tarnzelt aufzustellen, hatte ich bereits und so konnte das Projekt nach drei Jahren Vorlauf endlich beginnen.

 

Es ist ein von Spaziergängern zur Feierabendzeit viel besuchter Steinbruch, in dem am Tag noch gearbeitet wird. Ein gewisses Maß an Störungen sind die Tiere dort also bereits gewohnt gewesen.

 

Und so baute ich recht flott an einem Nachmittag mein Tarnzelt auf und ließ es ein paar Tage dort stehen, ohne selbst dort wieder aufzutauchen. Die Tiere sollten sich in Ruhe daran gewöhnen können, dass dort nun ein neues, fremdes Ding steht, was bei Wind ein wenig raschelt. Das Tarnzelt stand dabei ca. 60m vom Brutplatz entfernt, der etwa 10-15 meter hoch in der Steilwand lag.

Nach einigen Tagen hatten die Tiere sich komplett an das Zelt gewöhnt und aus der Entfernung war mit dem Fernglas deutlich zu sehen, dass das Weibchen völlig entspannt der Versorgung nachkam und es auch bei stärkeren Windböen, die das Zelt etwas bewegten und nicht unerheblich rascheln ließen, keinen Blick in die Richtung warf. Es konnte los gehen.

 

 

 

Während der ersten Zeit sitzt das Weibchen immer mit den Jungtieren gemeinsam in der Brutkuhle, sie sitzen eng aneinander gedrückt zusammen und werden von dem Männchen versorgt.

Nach und nach werden die Kleinen agiler. Sie setzen sich auf die Beine und bleiben so zunächst im Nest sitzen. Wenige Tage später tapsen sie dann ein wenig unbeholfen ein paar Schritte im Nest herum. Alles unter strenger Aufsicht des Weibchens, dem es bald zu viel und zu voll wird. Dann zieht sie aus dem Nest aus und beobachtet den Nachwuchs von einem nahe gelegenen Wachposten aus.

 

 

 

 

Anfangs sind die Jung-Uhus noch weiß und sehr flauschig. Je agiler sie werden, umso mehr wechselt ihre Farbe von dem Baby-Weiß, zu einem Kleinkind-Grau :-) Nun wird es turbulent in der Steilwand-Mulde. Da wird geflattert, Muskeln und Koordination trainiert, die Federkiele jucken und so wird ständig am Gefieder geknabbert, gezupft und geputzt und auch das Stereosehen gehört trainiert, indem die ersten kleine Hupf-Sprünge auf herumliegene Federn der gerupften Beutereste gestartet werden. Alles in einer Mulde 10 Meter über dem Erdboden.

Noch wird ihnen die Beute mundgerecht angeboten. Selbst Beute zu zerlegen ist noch zu schwierig.

 

 

 

 

Und dann ist es auch schon bald an der Zeit, Abschied von dem Nest als einzigem Aufenthaltsort zu nehmen. Die Jungtiere können inzischen selbständig Beute zerlegen, die ihnen jeoch noch immer von den Elterntieren gebracht wird. Zwei Halbwüchsige zu versorgen ist Schwerstarbeit.

Die Kleinen fangen an, in der Steilwand zu klettern. Um dabei das Gleichgewicht nicht zu verlieren, flattern sie dabei oft mit den Flügeln. So hüpf-klettern sie in den fast senkrechten Wänden von einem Felsvorsprung zum anderen und jeden Tag wird ihr Umkreis wenige Hüpfer größer. Ihre Aktivitätszeiten verschieben sich auch mehr in die Dämmerungs- und Nachtstunden, wenn auch die Elterntiere aktiv sind. Tagsüber sitzen die Jungtiere lange und gut getarnt hinter kleinen Büschen oder Pflanzen, die in den Wänden wachsen.

 

 

 

 

Nicht alle Uhus schaffen es.

 

Ich weiß nicht, was geschehen ist, aber eines Tages konnte ich das weibliche Alttiere nicht mehr sehen. Auch das Männchen hatte sich schon vor drei Wochen aus dem Steinbruch verabschiedet, was nicht ganz so ungewöhnlich ist.

Bei dem Weibchen dachte ich, es läge an den starken Regenfällen, die eine Woche lange gewütet hatten.

Vielleicht hatte sie ihre Jagdzeiten nach vorne und hinten zeitlich verlängert, um bei den überschwemmten Wiesen überhaupt noch genügend Beute schlagen zu können. Ich machte mir Sorgen. Aber ich konnte auch nichts machen. Die Jungtiere kletterten noch in der Wand herum, flogen abends gelegentlich schon kurze Strecken, und so schien alles okay zu sein.

 

Eines Tages kam ich in den Steinbruch und ich konnte die Jungtiere nicht finden. Egal, wie intensiv ich die Steilwände auch absuchte ... ich sah einfach nichts.

Als ich meine Sachen gerade zusammen packen wollte, sah ich, dass sie -Wildtiere, die eine Wochen zuvor bereits den Steinbruch im Flug erkundet hatten- im Abstand von vier Metern, nass und eng aneinander gekuschelt, schlafend vor mir auf dem Boden saßen.

 

Ich habe einen Mitarbeiter einer Wildvogel-Auffangstation angerufen und gemeinsam haben wir die beiden eingefangen. Sie hatten nicht mehr viel zuzusetzen und so verlief das Einfangen sehr problemlos.... leider.

 

Ein schnelles Handyfoto von mir und dem deutlich geschwächten, nassen Uhu, der leider gut 24 Stunden später in der Vogelauffangstation verstarb. Dem anderen Jungtier geht es meiner Information nach gut und es entwickelt sich prächtig.

 

Das Muttertier scheint verunfallt zu sein und ebenfalls nicht mehr zu leben. Es gibt keinen anderen plausiblen Grund, warum sie eine erfolgreiche Aufzucht beendet haben sollte, bei der die Jungtiere sich so toll entwickelten.

 

 

 

 

Die letzten Bilder ........

 

 

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Übersehene Schätze vor der Haustür

 

Vor einigen Monaten, als im Herbst noch alles so schön bunt war, ging ich in einem Waldstück spazieren, welches ich bisher sträflich vernachlässigt hatte. Es gibt dort auch einen kleinen kleinen See, an dem regelmäßig Haubentaucher zu beobachten sind, denen ich an diesem Tag wieder einen Besuch abstatten wollte.

An diesem vergangenen Herbsttag habe ich das Gebiet neu für mich entdeckt.

Sehr erstaunt war ich, als ich dort einen Eisvogel fliegen sah. Wie lange hatte ich hier in der Gegend nach Eisvogelrevieren gesucht, die fotografisch auch noch einigermaßen zugänglich sind? Jahre?

Nun hatte ich offensichtlich eines gefunden.

 

So machte ich mich in den letzten Wochen immer wieder auf in dieses Waldgebiet und zu dem See, an dem ein schöner Bach vorbeifließt.

Und immer wieder entdecke ich Dinge, die ich dort nicht wirklich vermutet hatte und für die ich in den letzten Jahren auch einiges an Kilometern gefahren bin, um sie sehen und fotografieren zu können.

 

 Wegen der blauen, fliegenden Diamanten mit dem orangenen Bauch habe ich das Gebiet also öfter besucht. Die Eisvögel haben dort nicht nur ihr Gebiet zum Fischen, sondern auch ihre Brutröhre, die ich aber nicht gezielt suchen werde.Der typische, unverwechselbare, schrille Eisvogelpfiff zeigt mir aber an, wo die Eisvögel sitzen, wenn sie nicht gerade am Jagen sind. Somit wäre es vermutlich recht leicht, die Brutwand zu orten, dort in der Nähe anzusitzen und zu warten, bis eines der Tiere oder auch irgendwann einer der Jungvögel vorbei kommt. Aber die Störung ist unnötig, da das "Angelrevier" des Eisvogelmännchens dort recht überschaubar zu sein scheint und er zuverlässig wieder zu seinem Lieblingsstellen kommt.

 

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich auch nicht an Nutrias vorbegehen kann. Und was soll ich sagen.... in dem Gebiet sehe ich fast bei jedem Besuch eine Nutria: entweder knabbernd am Uferrand, oder aber durch den See zu seinem Bau schwimmend.

 

 

Haubentaucher, Gänse, Gänsesäger, Kormorane und Reiher sind dort ebenfalls zu finden und noch längst nicht habe ich von allen dort vorkommenden Tieren am See, an Land und im Bach ansprechende Fotos machen können. Aber das Gebiet läuft mir ja nicht weg.

 

 

Wie es sich für ein schönes, gesundes Wald-See-Bachgebiet gehört, gibt es dort auch ein Amphibienvorkommen. Von Erdkröten, Feuersalamandern, Bergmolchen und Grasfröschen weiß ich sicher, dass sie dort zu finden sind und habe sie zum Teil auch schon selbst entdecken können.

Den Feuersalamander konnte ich leider noch nicht beobachten, aber wenn ich weiterhin so oft dort bin, wie in den letzte Monaten, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis ich ihn seit meiner Kindheit das erste Mal wieder wild lebend entdecken kann.

 

 

Schneeglöckchen sind hier in meiner Gegend in den vielen Buchenwäldern nicht sonderlich selten zu finden. Und so fehlen sie natürlich auch dort im Waldgebiet nicht.

Ich kannte jedoch bisher kein sicheres Lerchenspornvorkommen , für das ich nicht mindestens eine 3/4 Stunde hätte mit dem Auto fahren müssen.

Bei einem meiner letzten Fototouren in dem "neuen" Revier traute ich dann auch meinen Augen kaum, als auf einer nach Bärlauch duftenden Fläche am Bachufer viele rosa und weiße Blütenstände zu sehen waren. So ging ich ein paar Schritte schneller, um sofort nachsehen zu können, ob es wirklich das ist, wofür ich es von weitem gehalten hatte. Und ja ...... dort wäachst gerade jetzt, zwischen noch nicht blühendem Bärlauch und unzähligen Buschwindröschen- auch Lerchensporn.

Und so widmete ich mich an drei weiteren Fototagen dem Lerchensporn  und auch den Buschwindröschen. Sogar der Winkel zum Abendlicht ist nahezu optimal. Auf die Blüte des Bärlauchs warte ich schon gespannt und ungeduldig. Die Fotos davon werde ich nachtragen :-)

 

 

Und so beginnt ein neues Fotojahr mit einem herrlichen Frühling und einem bisher unterschätzten Fotogebiet. Spuren von Schwarzwild waren auch zu finden, was mich massiv erstaunt hat. Vielleicht begegne ich dort auch irgendwann einmal den Steckdosennasen. Wer weiß. Rehwild ist in jedem Fall reichlich dort und zeigt wenig Scheu vor Menschen.

Es wird sicher spannend.

 

 

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Nachtrag zu dem High-ISO-Artikel

Da mich zu dem vorherigen Artikel in letzter Zeit einige Mails mit Rückmeldungen und Fragen erreicht haben, möchte ich noch zwei Bilder nachreichen.

Die Fragen bezogen sich in erster Linie darauf, dass der Steinkauz auf der High-ISO-Aufnahme ja doch recht klein und wie denn die Detailtreue bei einem größeren Abbildungsmaßtstab und größerer Auflösung des Bildes sei.

 

Da ich dafür ungerne in voller Auflösung eines meiner Naturfotos hochladen möchte, habe ich noch eine kleine Anschauungs-Serie mit der weltbesten Hauskatze ever eingelegt :-)

Sie ist soooo hübsch und hat artig mitgemacht, auch wenn sie durch das Geräusch des Spiegelschlages der Kamera wach wurde und  zunächst nicht begeistert war.

 

Zunächst das Bild in voller Ansicht, aber nicht voller Auflösung

 

Canon 5d Mark III • 180mm • f/2.8 • 1/160s • ISO 25600 • EV +0,7 (fertig bearbeitet nach dem im vorherigen Blogeintrag dargestellten Workflows)

 

 

100%-Ausschnitte aus dem Bild (Zum Vergrößern bitte anklicken):

 

Natürlich ist insbesondere in den dunklen Stellen des Felles noch Rauschen sichtbar. Aber bei Bildern in der Größe würde man nicht mit der Nase vor dem Bild stehen, sondern einen gewissen Betrachtungsabstand einhalten. Dann würde das noch vorhandene Rauschen nicht mehr störend ins Auge fallen.

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Keine Angst vor High-Iso

Lange Zeit hatte ich immer Sorge davor, mit der ISO die 800 zu überschreiten. Aber die heutigen Sensoren sind zumindest in den Vollformatkameras derartig gut, dass ich mich mit der Zeit immer höher gewagt habe.

Da ich besonders gerne Eulen fotografiere, blieb mir auch gar nichts anderes übrig. Und so stand ich sehr bald vor der Entscheidung:

1. Auf Fotos verzichten

2. Fotos machen, aber große Verwacklungen in Kauf nehmen, da die Belichtungszeit zu lang ist

3. es einfach mal mit einer High-ISO-Aufnahme versuchen

 

Möglichkeit 1 und 2 hatte ich reichlich hinter mir. Also hieß es: auf zu neuen Ufern. Man lernt nie aus und es konnte ja nichts passieren, außer dass ich vielleicht zu Fotos komme, in Situationen, die  mir vorher keine Fotos mehr ermöglichten.

 

Das folgende Bild zeigt ein Foto, welches bei ziemlicher Dunkelheit absichtlich ohne kamerainterne Belichtungskorrektur fotografiert wurde. Die Exifdaten unter dem Bild zeigen kundigen Lesern, wie dunkel es real gewesen ist.

ISO 25600 ist schon extrem und die Belichtungszeit war trotzdem noch recht lang für ein bewegtes Motiv. Der Steinkauz links im Baumstamm war zum Glück kooperativ und blieb kurz relativ ruhig in dem Eingang zu seiner Bruthöhle stehen, bevor er wieder ausflog.

Das Bild zeigt eine unbearbeitete RAW-Aufnahme, ohne Rauschreduzierung oder sonstiges Anpassungen, lediglich die Voreinstellung von Lightroom bei Schärfe bliebt auf 25.

 

Canon 5d Mark III • 500mm • f/4.0 • 1/30s • ISO 25600

 

Zu erkennen ist ein deutliches, starkes Farb- und Helligkeitsrauschen. Das Bild hat einen gut sichtbaren, unerwünschten Magenta-/und Rotstich, der per EBV entfernt werden kann.

Die Kamera hat aus dem eigentlich dunklen Umfeld eine tageslichtähnliche Belichtung gemacht. Das macht die anschließende Bearbeitung deutlich einfacher, da so viel mehr Informationen im Bild gespeichert sind, als bei einer unterbelichteten Aufnahme. Ein anschließendes Abdunkeln per EBV vermindert das Rauschen noch einmal um einiges, so dass auch hier ein großer Vorteil in der eher helleren Belichtung während der Aufnahme liegt. Ein anschließendes Aufhellen des Bildes per EBV hingegen würde nur zusätzliches Helligkeitsrauschen hinzufügen.

Nach den ersten Bearbeitungsschritten sah das Bild dann so aus und ist schon ganz okay. Allerdings ist die Lichtstimmung noch weit entfernt von dem, wie es real war.

 

Luminanzregler in Lightroom auf 46, Regler für das Entfernen von Farbrauschen auf 62, Schärfe auf 27

 

Das Farbrauschen war nun gemildert, aber noch immer hatte das Bild einen Rotstich. Das Helligkeitsrauschen jedoch war absolut akzeptabel eingestellt und kann bei der Einstellung bleiben, zumal durch die Anpassung der Belichtung im nächsten Schritt das Rauschen noch weiter gemildert wurde.

Die Farbtemperatur des Bildes war auch noch sichtbar zu warm eingestellt. Zum Abend und zur Nacht hin wird die Farbtemperatur kühler und geht eher ins bläuliche. Auch das wurde im kommenden Schritt korrigiert.

 

Belichtung auf -2,00 und die dunklen Mitteltöne ebenfalls noch ein wenig abgedunkelt. Farbtemperatur ins blaue gezogen.

 

Die Belichtung entsprach nun der Stimmung vor Ort an dem Abend. Lediglich der Rotstich in dem Baumstamm und dem Gefieder des Steinkauzes musste noch dringend abgemildert werden.

 

Im HSL-Modus die Sättigung Magenta -100, Sättigung Lila -86, Sättigung rot -88, Sättigung orange -63

Im HSL-Modus den Farbton Lila auf -83

 

Nun war das Gröbste geschafft. Das Foto kommt dem, was ich vor Ort gesehen hatte, sehr nah und es fehlte nur noch der Feinschliff.

Dazu habe ich das Bild noch unscharf maskiert. Die Einstellungen Luminanz, Farbrauschreduzierung und Schärfe ließ ich, wie im ersten Bearbeitungsschritt eingestellt.

Den Regler für die Maskierung schob ich dann auf 31. Ein großer Ausschnitt aus dem Originalbild zeigt, was trotz ISO 25600 heute schon Möglich ist, wenn man die Belichtung vor Ort richtig wählt, um in der anschließenden Bearbeitung noch möglichst viel aus einer High-ISO-Aufnahme herauszuholen.

 

unscharf maskiert

 

Das fertige Bild sieht nun so aus und ist für größere Abzüge bis schätzungsweise 50x75cm gut brauchbar. Auch noch größer sollte machbar sein, da man bei großformatigen Abzügen ja etwas mehr Betrachtungsabstand zum Bild hat und nicht direkt davor steht. Und mit einem gewissen Betrachtungsabstand wird auch bei größeren Ausbelichtungen das letzte Rauschen nicht mehr schwer ins Gewicht fallen.

 

Fertiges Bild nach der Bearbeitung

 

Abschließend noch ein Vorher/Nachher-Vergleich, wo man den Unterschied meiner Sicht nach besonders gut erkennen kann.

 

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Tage bei den Kranichen

 

Jeden Herbst ziehen unzählige Graukraniche durch die Gegend, in der ich lebe. Etwa eine Stunde Autofahrt von mir entfernt rasten sie dann ab Oktober für kurze Zeit ein letztes Mal, bevor sie sich auf ihre große Reise in den Süden machen.

Es ist ein unglaubliches Gefühl, gerade bei einer Wetterlage, wie wir sie momentan hier erleben dürfen, die Kraniche zu beobachten und ihnen zuhören zu können. Morgens und abends steigt der Bodennebel aus den Feldern empor. Und wenn das weiche Morgen- oder Abendlicht einsetzt, wandelt sich die Lichtstimmung minütlich und alles leuchtet in wunderbaren Farben.

 

 

Gelegentlich müssen auch Kranicheltern mal ein Machtwort sprechen. Die Jungtiere sind momentan noch an dem zimtfarbenen Kopfgefieder zu erkennen. Wenn ich darüber nachdenke, dass die Jungkraniche im Frühjahr geschlüpft sind und nun wenige Monate später mehrere tausend Kilometer fliegen müssen, dann kann ich nur erfürchtig staunen.

 

 

Zu Hunderten fliegen dann die "Vögel des Glücks" über die Felder, Wiesen und Moore, auf deren angrenzenden Ackerflächen sie während des Tages nach Futter suchen. Mit Glück strecken einige Kraniche die Hälse, legen den Kopf zurück und trompeten in einer Lautstärke, die man so zarten Vögeln gar nicht zutrauen mag.

 

 

Danach wird es still auf den Feldern, der Nebel steigt aus den Wiesen hoch, während der Himmel seine Farben von rot, über zart rosa zu blau wechselt.

 

 

Als die letzten Autos heute an mir vorbei fuhren, stand ich noch immer dort in dem taunassen Gras neben der Straße mit den vielen Schlaglöchern und versuchte, die Stimmung auf dem Chip festzuhalten.

 

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